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Heino goes Klassik

Heino goes Klassik

Frankenbote im Interview mit Heino

Interview von Werner Hoechstetter (W.H.), freier Mitarbeiter des Frankenbote, mit Heino in der Konzerthalle in Bamberg.

Im Interview mit dem FB gibt Heino freimütige Auskünfte. Unter anderen lüftet er das Geheimnis um die „dritte Hütte“ im Gassenhauer „Blau blüht der Enzian „.

W.H.:Was verbinden Sie mit Bamberg?

Heino: Ich war vor 50 Jahren das letzte mal in Bamberg.

Mein Textdichter hat aber in Bamberg vor langer Zeit studiert und hat mir viel von der Stadt erzählt. 

W.H.: Sie haben im Laufe Ihrer Karriere mehrere Wandlungen durchgemacht. Nach dem Volkssänger, Rocker nun der Interpret klassischen Liedgutes? Wollen Sie nun die Seniorenheime rocken?

Heino: Da ich mich in den letzten Jahren mehr dem jüngeren Publikum zugewandt habe, möchte ich mit einem Liedgut, das nicht so „wütend“ ist, mich wieder auf meine Wurzeln zurückbesinnen. 

Ich war auch schon früher klassisch unterwegs und habe ein Gesangsstudium absolviert, bevor mich meine Plattenfirma zu „Volksliedern „verdammt“ hat. In den 60er waren Volkslieder verpönt. Ich glaube, ich habe dazu beigetragen, dass das Genre wieder salonfähig wurde.

W.H.: Wo würden Sie sich denn einordnen zwischen Pavarotti und Caruso?

Heino: Das sind Tenöre. Ich bin Bariton.Peter Hofmann war der erste Opernsänger, der sich an Schlager ran gewagt hat.

Meine erste Bezugsperson zur Klassik war die Operndiva Anneliese Rothenberger, ich war noch vollkommen unbekannt. 

W.H.: Sage und schreibe 60 Jahre Bühnenpräsenz sind nicht zu toppen. Was ist schwerer: Berühmt zu werden oder es zu bleiben?

Heino: Zu bleiben. Man muss sich immer fragen: Für wen singt man? Es liegt auch viel an der Promotion. Die wird oft vernachlässigt. Ich rede mit jedem Journalisten. Man muss sich den Erfolg erarbeiten. Die Fans und die PR wollen gepflegt werden, das macht 80% des Erfolgs aus.

W.H.: Vom Heimatliedersänger über den Rocker und Rapper hin zum Interpreten etablierten Liedgutes? Wo ist die Kontinuität, wer ist der wahre Heino?

Heino: Ich bin meinen Wurzeln eigentlich immer treu geblieben. Zudem muss man immer aktuell sein. Wenn ich zum Beispiel mit Ramstein ein Konzert gebe, singen die jungen Leute meine Lieder mit. 

W.H.: Über 50 Millionen verkaufte Tonträger: Macht Geld glücklich oder ist es die Musik?

Heino: Musik in erster Linie. Das Materielle ist aber auch wichtig. Die Umsätze müssen stimmen, sonst macht die Plattenfirma, die kein Wohlfahrtsinstitut ist, nicht mehr mit. Das ist aber in jedem Job so.

W.H.: Kann materieller Erfolg auch eine Last sein?

Heino: Ich habe viel geleistet in meinem Leben und kann mir auch was leisten.

W.H.: Ist die Presse mit Ihnen immer fair umgegangen?

Heino: eigentlich schon. Manchmal ist sie auch bösartig. Etwa, wenn man mir vorwirft, mit alten Volksliedern wie der „Haselnuss“ rechtes Gedankengut zu verbreiten. 

Dabei ist das Lied viel älter als die Nazis, die das Lied missbraucht haben.

W.H.: Wie verschieben sich die Werte, wenn man sich alles leisten kann: was ist denn wirklich wichtig im Leben?

Heino: Ich muss nicht auf den Pfennig schauen.

Das häusliche Zusammenleben mit meiner Frau Hannelore steht für mich aber an erster Stelle. 

W.H.: Wie haben Sie die Corona-Zeit überstanden. Gab es staatliche Hilfen?

Heino: Nein, ich habe gar keine beantragt. Andere haben das nötiger.  Dann hätte ich in 60 Bühnenjahren etwas falsch gemacht. 

W.H.: Welche Phase Ihres künstlerischen Schaffens ist für Sie die wertvollste? Was ist Ihr Lieblingslied?

Heino: Klassik, Rock, Volkslieder, man muss immer aktuell sein.

Gerne singe ich natürlich nach wie vor das Enzianlied oder La Montanara.

W.H.: Nicht wenige Künstler/Starkollegen- oder Kolleginnen Ihrer Generation sind bereits im Schlagerhimmel. Rex Gildo, Roy Black, Costa Cordalis…hab ich jemand vergessen? Wie hart ist ein solches Künstlerleben hinter der funkelnden Fassade?

Heino: Ich war immer diszipliniert, bin nie versumpft, während sich andere nach der Hitparade bis um 5 oder 6 Uhr früh gefeiert und sich die Kante gegeben haben. Für mich war es wichtig, am nächsten Tag um 9 Uhr früh wieder fit im Studio aufzutauchen. 

W.H.: Mit wem von den Genannten oder auch Nichtgenannten würden Sie am liebsten einen Whiskey oder einen Gin trinken?

Heino: Tatsächlich waren Rex Gildo und Roy Black sehr sympathische Kollegen. 

W.H.: Haben oder hätten Sie musikalische Vorbilder?

Heino: Bruce Löw und Freddy Quinn fand ich immer gut, wobei ich für Freddy ein rotes Tuch war.

W.H.: Sie wirken noch sehr fit. Wie wichtig ist Ihnen der Sport?

Heino: In der Jugend habe ich den schwarzen Gürtel in Jiu Jitsu erworben. Außerdem wurde ich als Fußballer in die Düsseldorfer Stadtauswahl berufen. Dann habe ich zugunsten meiner Karriere die Fußballschuhe an den Nagel gehängt. Heute lasse ich es ruhig angehen und schaue mir in meinem Wohnsitz in Kitzbühel die Berge an.

W.H.: Würden Sie nicht gerne mal mit der Oma im Hühnerstall Motorrad fahren? Anders gefragt : Kann Heino Kinderlieder?

Ihre Stimme ist doch eigentlich prädestiniert für die Kleinsten.

Heino: Habe ich auch schon gemacht…“la, le lu…nur der Mann im Mond schaut… zu…(stimmt an)…hat Spaß gemacht. Letztlich muss man aber machen, was die Plattenfirma möchte. 

W.H.: Ist „Heino goes Classic“ eine weitere vorletzte Tournee?

Heino: Ich habe noch einiges vor in Richtung Swing. Meckie Messer von Brecht würde mich auch mal reizen.

W.H.: Zum Schluss, Hand aufs Herz: Wollen Sie Ihren Fans nicht mal sagen, was damals in der ominösen dritten Hütte passiert ist?

Heino: Na ja, was soll da schon passieren. Früher wäre schon was passiert, heute nicht mehr (lacht).

Vielen Dank für das Interview, Heino.

Nähere Informationen unter: https://www.eventim.de/artist/heino/

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